Informationen anschaulich zu präsentieren und zu vermitteln ist immer mehr auch ein Thema für dynamische und interaktive Darstellungen und Visualisierungsformen.
In diesem Projektseminar beschäftigen wir uns mit Informationsgestaltung und Datenvisualisierung und verwenden Werkzeuge wie Processing (und andere), um dieses Feld zu erkunden.
Die vielschichten Grundlagen der Informationsgestaltung werden gelegt und Anfängern ein umfassender Einstieg in die Entwicklung solcher Darstellungen geboten.
Die Techniken der Konzeption und Gestaltung von interaktiven Medien haben sich in den vergangenen 10 Jahren erheblich weiterentwickelt. Für den Bereich von “Small Devices” – wie beispielsweise iPhone oder Nexus als Mobiltelefone, elektronische Bücher wie Kindle oder das iPad und andere, haben sie zwar ebenso Bestand – es gelten jedoch völlig andere Grundvorraussetzungen.
Diese zu erkennen, das Potential zu nutzen und die Aspekte der Konzeption und Gestaltung anhand von Small Devices anzuwenden, ist der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung.
Themen im Seminar:
Hardware Analysen
Marktübersicht und Benchmarking
Zukunftstrends bei Small Devices
Technologie als Basis für Gestaltung
Praktische Anwendung von Usability-Tests
Analysen von Informationsarchitektur und Interaktion-Muster (Touch/Non Touch/5 Punkt-Navigation/Voice)
Wireframing und Spezifizierung
Die Studenten werden im Rahmen der Vorlesung ein eigenes Projekt für Small Devices erstellen.
Ein bisschen kann einen das schon auf die Palme bringen, was Frau Schavan da fordert: Nachbesserungen von Bachelor- und Masterabschlüssen.
Diese Meldung hier bei tagesschau.de liest sich so, als hätten die Hochschulen gepatzt und die Konzepte nicht in ausreichender Qualität erarbeitet. Richtig ist, dass die Politik alle Warnungen zum Thema „Qualität der Lehre“ überhört und die meisten Vorschläge zum Problem ohne Diskussion abgekürzt hat.
Da wurde dann auch gerne mal ins Feld geführt, dass die Hochschulen „nicht erneuerungsfährig“ seien und die Professoren sich zu sehr an „bestehende Strukturen klammern“ würden. Nun zeigt sich, dass die Lehrenden mit ihrer Kritik am Bologna-Prozess nicht ganz Unrecht hatten.
Natürlich war es kein unsinniger Gedanke bestehendes qualitativ zu prüfen und ggf. zu erneuern. Aber die Diskussion drehte sich nie wirklich um qualitative Fragen.
Google hat nach etlichen Monaten nach der ersten Vorstellung den ersten öffentlichen Testlauf von Google Wave gestartet. Heute sollen 100.000 Nutzer Accounts erhalten. Weitere Accounts werden dann Schritt für Schritt freigeschatltet.
Wer schon einen Account hat, der kann 8 Menschen vorschlagen, die bei der weiteren Vergabe der Accounts bevorzugt werden sollen. Offenbar ist man sich noch nicht sicher, welche Belastung auf die Wave-Server zukommen, wenn so viele Nutzer zugreifen können.
Wer Google Wave noch nicht kennt, kann sich diese 10-Minuten-Präsentation der Produktmanager anschauen:
In den USA ist ein entscheidender Schritt gemacht worden das Prinzip der Netzneutralität zu schützen. Im Mobilfunkbereich wird gerade damit begonnen verschiedene Applikationen zu blockieren, weil deren Daten die bestehenden Geschäftsmodelle gefährden. Die US-Regierung stellt nun klar, dass diese Praktiken in absehbarer Zukunft nicht weiter gestattet sein sollen.
Hier zeigt sich, was passiert, wenn die Politik das Prinzip der Netzneutralität nicht gesetzlich verankert (wodurch entsprechende Klauseln in Verträgen unrechtmäßig würden): die im Prinzip zeitgemäße VOIP-Technik wird zu Gunsten einer alten aber lukrativeren Technik verbannt.
Chairman Genachowski proposed the addition of two new principles. The first would prevent Internet access providers from discriminating against particular Internet content or applications, while allowing for reasonable network management. The second principle would ensure that Internet access providers are transparent about the network management practices they implement. The Chairman also proposed clarifying that all six principles apply to all platforms that access the Internet.
Im Klartext: Man will Gesetze auf den Weg bringen, die eine Qualifizierung Daten verbietet – unabhängig von der Trägerinfrastruktur. Zudem müssen steuernde Eingriffe in die Datenströme für Kunden transparent gemacht werden.
Engadget berichtet, dass die beiden großen US-Mobilfunkanbieter AT&T und Verizon aber nun kritisieren, dass für Festnetz und Mobilfunk nicht die gleichen Regeln gelten können.
Grund hierfür ist, dass im Mobilfunkbereich die Frequenzen begrenzt sind – während die Festnetz-Infrastruktur theoretisch unbegrenzt wachsen kann. Die Absehbare Verknappung der infrastrukturellen Ressource muss — so die Anbieter — dazu führen, dass die Daten in diesen Netzen kontrolliert werden, damit bestimmte Services – wie z.B. die Sprachdienste – sichergestellt werden können.
Ob die FCC den Plan alle Infrastrukturen gleich zu behandeln ans Ziel kommen wird, das muss sich also erst noch zeigen.
Stolpere gerade über Webhooks – eine Form von „inter process communication“ via HTTP. Einfach gesagt sind Webhooks nutzerdefinierte Ereignisfolgen (wenn A passiert soll B passieren), die verschiedene Web Applikationen miteinander verketten – ganz ähnlich den UNIX Shell Pipes.
Damit das funktioniert brauchen diese Web Applikationen eine Schnittstelle. Das könnte eine API (application programming interface) sein – die man dann allerdings richtig ansprechen muss.
Webhooks verwenden dazu einfache HTTP-Requests – und stellen daher eine geringere Hürde dar. Das Webhooks-Blog von Jeff Lindsay beschreibt sie als „User-defined HTTP callbacks for push, pipes and plugins“ oder als „patterns of enabling user-defined callbacks in web applications“.
Hier ein Vortrag von Jeff Lindsay dazu:
Hier der Vortrag als Video:
Webhooks versuchen somit die Idee einzulösen, die hinter dem Schlagwort „programmable web“ steckt: Dass eine Programmierungebung entsteht in der das ganze Internet die Plattform ist und man dort nicht nur Inhalte, sondern auch Methoden zur Manipulation dieser Inhalte findet, die man dann lediglich auf sinnvolle Weise zusammenschalten muss.
Im kommenden Semester wird es für die Module 8_1 und 12_1 (Schlüsselqualifikationen 1 und 2) ein Angebot „Web- und Online“ geben. In dieser Arbeitsgruppe betreuen wir diverse Online-Aktivitäten des FB Gestaltung und entwickeln diese weiter.
Es ist ja eigentlich schön, dass Die Bahn mit der Zeit geht und Tickets über Mobiltelefone vertreibt. Schade ist nur, dass sie offenbar keine Nutzertests machen. Mehr als einmal schon brauchte ich mehrere Anläufe, um ein Handy-Ticket zu erwerben.
Der Grund: Die wichtigsten Buttons für die Kaufabwicklung sind auf etlichen Screens nur wenige Millimeter neben dem Logout-Link. In diesem Screenshot vom iPhone habe ich die Größe einer Fingerkuppe mit eingezeichnet:
Da der Logout – einmal versehentlich berührt – auch nicht bestätigt werden muss, darf man das ganze Prozedere mit der Verbindungssuche nach einem neuen Login von vorne beginnen.
Angesichts des Aufwandes, der getrieben werden musste, um die Schaffner mit entsprechenden Lesegeräten auszustatten und damit einzuarbeiten, kann man sich über einen solchen eklatanten Designfehler beim User Interface nur wundern.
Das Atelierhaus Aachen sucht jemanden, der die dort ansässigen Künstler (gegen einen Unkostenbeitrag) unterstützt darin die Website überarbeiten zu lassen.
Die ZEIT ist eine wirklich gute Zeitung – allerdings scheinbar nicht, wenn es um Internet-Themen geht. Es scheint zum feinen Ton zu gehören Hypes in den Niederungen des Internets erst einmal offensiv abwertend und kritisch gegenüber zu stehen und vor allem die Unsinnig- und Schwachsinnigkeiten mancher Trends hervorzuheben.
So beschwert sich der Journalist Jens Uehlecke per Glosse „Schluss mit dem Geschnatter“ über die Belanglosigkeiten auf Twitter – und verkennt worum es eigentlich geht. Schon sein Kollege Jochen Stahnke, war nicht in der Lage einfachste Zusammenhänge in der Diskussion über die Alternativen zum Copyright zu recherchieren.
Aber mal zu Twitter: Dies ist nicht „Bloggen für Arme“, sondern „SMS im Turbo-Modus“. SMS ist ein Dienst, der inzwischen eine Relevanz erreicht hat, die dem eigentlichen mobilen Telefonieren fast gleichkommt: der Grund ist, das die Synchronität – das gleichzeitige Sprechen – keine Bedingung mehr ist, um einfache Kommunikation zu realisieren.
Twitter potenziert genau dieses simple SMS-Prinzip der direkten asynchronen Kommunikation von einer 1-zu-1-Kommunikation in eine 1-zu-viele-Kommunikation. Noch fehlen in Twitter die Möglichkeiten Gruppen zu bilden und zu adressieren – aber solche Funktionen werden kommen. Gleichzeitig – und das ist sehr wesentlich um den Erfolg zu erklären – reduziert Twitter die Kosten, die bei SMS anfallen, erheblich. Ich habe aktuell 194 Follower (von denen ich etliche vielleicht gar nicht persönlich kenne) und wenn ich diesen 194 SMS schicken müßte, würde ich jedes Mal etliche Euros los. Viele Twitterer haben wesentlich mehr Verfolger – die Updates werden für die Autoren bei Twitter dadurch nicht teurer. Zudem – und auch das ist ein sehr wichtiger Unterschied – muss ich die Liste der Verfolger nicht selbst verwalten: es entsteht keine zusätzliche Arbeit für den Autor selbst, wenn es sehr grosse Empfängerlisten gibt.
Der einzige Haken ist derzeit noch, dass nicht alle Mobiltelefone automatisch Twitter-fähig sind, so dass man neuere internetfähige Telefone benötigt (es sei denn man verwendet kostenpflichtige Twitter/SMS-Gateways).
Ob ein Dienst Sinn macht ist keine Frage des Dienstes, sondern eine Frage der kulturellen Praxis, die sich an diesem Dienst entwickelt. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass zu Beginn erst einmal viel überflüssiges entsteht. Und hier ähnelt sich das Bloggen und das Twittern: Wer ständig Unsinn schreibt (in 140 Zeichen oder mehr ist ziemlich unwesentlich), der wird weniger gelesen.
Was denn Sinn der Inhalte anbelangt, so kann man für alle Kommunikationstechniken attestieren: Worüber man Belanglosigkeiten verbreiten kann, darüber kann man auch sinnvolles verbreiten. Auch das Web ist voller Belanglosigkeiten. Wer Inhalte kritisieren will sollte die Autoren angehen – nicht die Mittel, welche diese zur Verbreitung benutzen!
Und daher werde ich jedenfalls um Herrn Stahnke und Herrn Uehlecke beruhigt einen großen Bogen machen… und vielleicht irgendwann bedauern, dass die ZEIT im Bezug auf die gesellschaftliche Einordnung von Technologiethemen keine publizistische Relevanz mehr hat.
Tim Bruysten hat es verlinkt: Zillow ist ein Online-Dienst, der für 88 Millionen Häuser Daten aus den Immobilienmärkten zusammenstellt. Hier ist eine Demo:
Nun ist die Information über den Wert der Häuser und die Verkaufsabsichten der Eigentümer auch eine Information für welche sich der klassische Einbrecher sicher interessieren wird.
Zwar waren diese Informationen auch vorher schon im Netz verfügbar – aber dank GPS kann man nun die umliegenden Häuser auf einer Satelliten-Ansicht von seinem Standort anschauen. Somit erzeugt die Zillow iPhone App eine neues Potential, welches den Hausverkäufern bei der Abgabe der Daten sicher so nicht bewußt war.
Man vernetzt eben nicht nur die Möglichkeiten, sondern eben auch die Konsequenzen!
Das Fernsehen ist vor allem bei jungen Menschen am Ende seiner Möglichkeiten angekommen. Der Computer bietet ihnen die Möglichkeit, Bilderwelten interaktiv zu gestalten. So bekommen sie das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurück, das ihnen beim Fernsehen fehlt. Dass man sich erst daran gewöhnen muss, nichts bewirken zu können, kann man gut bei kleinen Kindern beobachten: Sie rufen in den Fernseher hinein, weil sie hoffen, sie könnten die Handlung beeinflussen.
Im Interview finden sich weitere wichtige Gedanken zur medienpädagogischen Debatte.