Im Sommersemester 2012 werden im Bereich »Interaktive Medien« zwei Lehrveranstaltungen angeboten. Beide Seminare sind zugänglich für alle Studierenden ab dem 3. Semester. Ein bestandenes 2. Semester ist Voraussetzung für die Teilnahme:
»Physical Computing«
Betreuung: Prof. Dipl.-Des. Oliver Wrede
Mittwochs 13-17 Uhr
Erster Termin: 21. März um 13 Uhr in Raum 03115
Längst umgibt uns eine Welt in der viele Objekte computerisiert sind. Kaum etwas wird nicht von einem integrierten Micro-Computer gesteuert. Mit kostengünstigen und offenen Entwicklungsplattformen (wie z.B. Arduino), können Gestalter sich diese Domäne der Elektronik kreativ und spielerisch erschliessen. Sie eröffnen sich neue Form der Gestaltung interaktiver Syteme und können eigene Benutzerschnittstellen oder Ausgabemedien erfinden. Das Prinzip einfach: Sensoren (wie z.B. Druck-, Bewegungs- oder Entfernungsmesser) können genutzt werden um eigene Programme bzw. Aktoren (wie z.B. Lichtsysteme, Motoren oder Klangerzeuger) steuern. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt.
»Physical Computing bedeutet im weitesten Sinne, interaktive, physische Systeme durch die Verwendung von Hardware und Software zu erstellen. Diese Systeme reagieren auf Ereignisse in der realen, analogen Welt und/oder wirken auf sie ein. Unter Physical Computing werden Systeme verstanden, die sich mit der Beziehung zwischen dem Menschen und der digitalen Welt befassen. Der Begriff wird meistens für Projekte mit einem künstlerischen oder Designhintergrund oder für Do-it-yourself-Hobbyprojekte verwendet. Dabei werden Sensoren und Mikrocontroller verwendet, um analoge Eingaben Software-Anwendungen verfügbar zu machen und/oder elektromechanische Geräte, wie Motoren, Servos, Leuchtdioden oder andere Hardware steuern.”« (Quelle: Wikipedia)
Seminarziele
Im Seminar werden die erforderlichen praktischen Kenntnisse gemeinsam erarbeitet. Eine Anzahl von Komponenten für die ersten Schritte können ausgeliehen werden. Für eigene Projekte sollte dann eigene Hardware eingesetzt werden, deren Kosten sich aber in Grenzen halten. Am Ende des Semesters werden die Arbeiten fachbereichsöffentlich präsentiert.
Teilnahmevoraussetzungen
- technische Vorkenntnisse sind hilfreich aber nicht zwingend notwendig
- erfolgreich abgeschlossenes 2. Semester
Weiteres unter: campusphere.de/physical
»Gamification – die Kunst Nutzer zu motivieren«
Betreuung: Dipl.-Des. Wolfgang Gauss und Dipl.-Des. Markus Strick
Freitags 9-13 Uhr
Erster Termin: 23. März um 9 Uhr in Raum 03115
Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie und warum spieltypische Prinzipien und überraschende Ideen auf Informations- und Interaktionsdesign angewendet werden können (und sollen?). Der Grundsatzgedanke des “Spielens” spielt dabei eine ebenso bedeutende Rolle wie Storytelling, Belohnungssysteme oder spieltypische Design-Elemente aktueller Games.
Seminarziele
Die Kursteilnehmer erfahren, wie bestehende Designprozesse durch die Integration von Spielprinzipien optimiert, die Nutzermotivation gesteigert und Lernerfolge verbessert werden können. Die Erkenntnisse werden prototypisch realisiert und innerhalb des Seminars mit unterschiedlichen Methoden getestet. Ziel ist es, eigene Anwendungen zu erstellen, die dem “Joy of Use” Aspekt folgen. Es werden keine Computerspiele entwickelt.
Teilnahmevoraussetzungen
- Englischkenntnisse
- technisches Grundverständnis
- Bereitschaft zu Team- und Gruppenarbeit
- erfolgreich abgeschlossenes 2. Semester
- Programmierkenntnisse sind keine Vorausetzungen
Hinweis:
Ein älteres Seminar mit ähnlicher Thematik wurde hier online begleitet: http://campusphere.de/playful/ dort findet man schon einiges an Material, um einen Eindruck von dem Thema zu bekommen. Das neue Seminar wird in Kürze unter http://campusphere.de/gamification/ ein neues Online-Zuhause erhalten.




Debatte über Designausbildung
Auf Stylepark.de läuft gerade eine Debatte über die Designausbildung.
Die bisherigen Beiträge in chronologischer Folge:
Design wird zur Hilfsdisziplin der Kunst von Thomas Edelmann, 5. Februar 2012
Neue Tendenzen in Lehre und Studium nehmen Einfluss auf künftiges Design. In Hamburg ist Design inzwischen nur noch Teil des Kunststudiums. An anderen Kunsthochschulen wird es zum randständigen Fachbereich. Von einer Gegenwehr der Designer aber ist nichts zu sehen.
Warum ist die Banane krumm? oder „Was ist Design?“ von Friedrich von Borries, 15. Februar 2012
„Wird Design zur Hilfsdisziplin der Kunst?” fragte Thomas Edelmann in einem Artikel auf dieser Seite, in dem er sich Gedanken über die Praxis der Designausbildung an Kunsthochschulen macht. Konkret angesprochen wurden dabei auch aktuelle Veränderungen an der HfbK Hamburg. Friedrich von Borries nahm den Artikel zum Anlass, um seine Vorstellungen von Design deutlich zu machen. Borries ist Architekt, lehrt Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und ist Kurator für zeitgenössisches Design am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.
Wege aus der „freiwilligen Selbstverengung“ von Thomas Edelmann, 26. Februar 2012
Die Designausbildung an der HfbK Hamburg wurde neu geordnet, wir berichteten über die Implikationen. Mit der breit angelegten Veranstaltung „Warum gestalten?” lotete der Studienschwerpunkt Design nun unterschiedliche Perspektiven aus. Von der radikalen Stadtkritik bis zum multiperspektivischen Entwickeln.
Neue Formate? Her damit. von Egon Chemaitis, 28. Februar 2012
Sind Lehrende, die selbst kaum nennenswerte Entwurfspraxis vorweisen können, in der Lage auszubilden? Diese Frage stellt Egon Chemaitis, pensionierter Professor für Design-Grundlagen an der Universität der Künste Berlin. Vier Gründe benennt er, die aus seiner Sicht zur Verschiebung der Designausbildung in Richtung Kunst beigetragen haben.
Was kann Design? Replik auf einen Bananenkritiker von Thomas Wagner,
2. März 2012
Friedrich von Borries hat mit Bananen offenbar so seine Probleme. Es kann also nicht schaden, genau zu lesen, was die Frucht tatsächlich mit Design, niederen Empfindungen und Kunst zu tun hat – und welcher Begriff von Design am Ende aus der Bananenschale schlüpft.
Für manche wird es offenbar zu kompliziert von Georg-Christof Bertsch, 6. März 2012
Designer sollten sich nicht lächerlich machen, indem sie Hilfskünstler werden wollen, meint Georg-Christof Bertsch, Honorarprofessor für Interkulturelles Design an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Vielmehr lägen die fachlichen Herausforderungen in der zunehmenden Komplexität des Berufes Industriedesign selbst.
Vorrang für das Denken von Helmut Staubach, 8. März 2012
Die Unbestimmtheit der Grenze zwischen Kunst und Design sieht Helmut Staubach, Professor für Produkt- und Transportationdesign an der Universität Berlin Weißensee, als Chance für beide Disziplinen.
Design als gesellschaftliche Kraft? von Harald Gründe, 11. März 2012
Angeregt von seinen Lehrerfahrungen an europäischen Designhochschulen bringt Harald Gründl vom Designbüro Eoos vier Thesen zum Design in die Ausbildungsdebatte ein.
Geplagt von der Idee der Rebellion von Michael Erhoff, 16. März 2012
Neue Tendenzen in Lehre und Studium nehmen Einfluss auf künftiges Design. In Hamburg ist Design inzwischen nur noch Teil des Kunststudiums. An anderen Kunsthochschulen wird es zum randständigen Fachbereich. Von einer Gegenwehr der Designer aber ist nichts zu sehen.
Design als brotlose Kunst? von Oliver Schweizer, 3. April 2012
Wo Kunst drin sei, solle nicht Design draufstehen, meint Oliver Schweizer. Der Produktdesigner, der die Schweizer Design Consulting leitet und regelmäßig an Designhochschulen lehrt, sieht in der täglichen Praxis Bedarf für solides Handwerkszeug.