Wenn alle so wie wir leben würden, bräuchten wir ungefähr drei Erden. Über kurz oder lang werden wir uns vom Wachstumsparadigma verabschieden müssen. Nico Paech, Ökonom und an der Universität Oldenburg lehrend hat den Begriff der Postwachstumsgesellschaft entscheidend mitgeprägt. Für ihn gibt es keine technischem Lösungen. Nur in der Verlangsamung, in der Regionalökonomie, der Suffizienz und der Subsistenz sieht er Ansätze zur Überwindung der Wachstumsgesellschaft.
In einer Session auf dem UX Camp West fragte ich die Teilnehmer danach, wie die Ausbildung besser auf den UX-Beruf vorbereiten kann. Ich persönlich war sehr an der akademischen Ausbildung interessiert — und hier natürlich die Designausbildung. Es waren unter den Teilnehmern auch viele Designer anwesend (auch zwei Ehemalige aus Aachen!).
Wegen der kurzen Zeit hatte ich beschlossen die Diskussion anzustossen durch eine Frage nach MEHR oder WENIGER Spezialisierung auf das UX-Thema, zum Beispiel durch Studiengänge, die auf das Thema ausgerichtet sind. Einige Pro/Contra-Argumente hatte ich als Einstieg auf die Folien gepackt.
In der Diskussion zeigte sich dann, dass die anwesenden, die praktisch unter dem Label UX arbeiten sehr unterschiedliche Herkunft hatten. Die meisten allerdings hatten unterstrichen, dass eine hochschulische Ausbildung vor allem eine wichtige Basis für ihre Arbeit war — eine Ausbildung, die einen mit einem spezifischen Mindset ausstattet, um vielfältig, vielschichtig und analytisch-konzeptionell zu denken. Das UX braucht diesen erweiterten Blick.
Insgesamt fühlte ich mich durch die Wortbeiträge bestärkt in der Lehrkonzeption, die meine Lehre bestimmt und die ich in Aachen vertrete. Das war erfreulich.
Gastgeber des UX Camp West 2016 war dieses Mal Yello Strom, die das wirklich toll gemacht haben. Abgesehen davon, dass es brüllend heiss war die Tage fehlte es den Teilnehmern an nichts. Spannende Sessions und gute Gespräche natürlich inklusive (sogar die nutzerzentrisch designte Cocktails am Abend).
Es gab auch einige Interviews zu Fragen zur UX-Thematik:
Die aufkommende Wissensgesellschaft wird in eine neuen Kultur münden, die wir jetzt gestalten sollten. Stattdessen wird jedes Tages-Kleinstdetail wieder und wieder aus verschiedenen alten und neuen Kulturblickwinkeln heraus leidenschaftlich befürwortet oder wutbürgerlich abgelehnt. Frommwunschforderungen werden durch ätzende Mühlen gedreht, Fehler der anderen verachtend shitgestormt. Aus solchen Diskussionen entsteht aber kein Diskurs (eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Ziel eines gemeinsamen Weges). Woran leiden wir? Vielleicht sind wir – jeder für sich – zu sehr Gefangene unserer speziellen Denkkulturen. Diese sollen kurz gezeigt und andiskutiert werden – Aufruf zu einem „Blick aus dem Helikopter“
Björn Hartmann (Stanford HCI Group) spricht über verschiedene Prototyping-Tools, welche er mit seinem Team entwickelt hat um zwei Forschungsfragen zu explorieren:
1) Wie können Prototyping-Tools bei der Gestaltung von Interfaces im Bereich »Ubiquitous Computing« helfen?
2) Wie können Tools dabei helfen von solchen Prototypen zu lernen?
Informationen anschaulich zu präsentieren und zu vermitteln ist immer mehr auch ein Thema für dynamische und interaktive Darstellungen und Visualisierungsformen.
In diesem Projektseminar beschäftigen wir uns mit Informationsgestaltung und Datenvisualisierung und verwenden Werkzeuge wie Processing (und andere), um dieses Feld zu erkunden.
Die vielschichten Grundlagen der Informationsgestaltung werden gelegt und Anfängern ein umfassender Einstieg in die Entwicklung solcher Darstellungen geboten.
Die Techniken der Konzeption und Gestaltung von interaktiven Medien haben sich in den vergangenen 10 Jahren erheblich weiterentwickelt. Für den Bereich von “Small Devices” – wie beispielsweise iPhone oder Nexus als Mobiltelefone, elektronische Bücher wie Kindle oder das iPad und andere, haben sie zwar ebenso Bestand – es gelten jedoch völlig andere Grundvorraussetzungen.
Diese zu erkennen, das Potential zu nutzen und die Aspekte der Konzeption und Gestaltung anhand von Small Devices anzuwenden, ist der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung.
Themen im Seminar:
Hardware Analysen
Marktübersicht und Benchmarking
Zukunftstrends bei Small Devices
Technologie als Basis für Gestaltung
Praktische Anwendung von Usability-Tests
Analysen von Informationsarchitektur und Interaktion-Muster (Touch/Non Touch/5 Punkt-Navigation/Voice)
Wireframing und Spezifizierung
Die Studenten werden im Rahmen der Vorlesung ein eigenes Projekt für Small Devices erstellen.
Erstellt am 23. Februar 2010 um 10:12 Uhr | Kategorie: lehre
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