Tim Bruysten hat es verlinkt: Zillow ist ein Online-Dienst, der für 88 Millionen Häuser Daten aus den Immobilienmärkten zusammenstellt. Hier ist eine Demo:
Nun ist die Information über den Wert der Häuser und die Verkaufsabsichten der Eigentümer auch eine Information für welche sich der klassische Einbrecher sicher interessieren wird.
Zwar waren diese Informationen auch vorher schon im Netz verfügbar – aber dank GPS kann man nun die umliegenden Häuser auf einer Satelliten-Ansicht von seinem Standort anschauen. Somit erzeugt die Zillow iPhone App eine neues Potential, welches den Hausverkäufern bei der Abgabe der Daten sicher so nicht bewußt war.
Man vernetzt eben nicht nur die Möglichkeiten, sondern eben auch die Konsequenzen!
Für mich ist es aktuell er erste Fall von Verletzung der Netzneutralität, von der ich persönlich betroffen bin: T-Mobile blockiert Skype in ihrem Mobilfunk- und WLAN-Netz.
Seit dem vor einigen Tagen Skype für das iPhone erschien wurde es 600.000 Mal im Apple App Store heruntergeladen. Und deutsche Nutzer sind offenbar diejenigen mit den meisten Downloads dieser Applikation. Sehr schnell hat T-Mobile daran erinnert, dass die Verwendung von VOIP-Applikationen in ihrem Netzwerk gegen den Vertrag verstößt – und droht Anwendern, die dies ignorieren den Vertrag zu kündigen. Darüber hinaus wurde angekündigt Skype im Mobilfunknetz zu blockieren (und bei Skype ist man „not amused“).
Das Besondere an diesem Fall ist nun, dass viele T-Mobile-Kunden mit einem iPhone auch eine Datenflatrate nutzen – und in diesem Fall jedoch Daten nicht gleich Daten sind. Obwohl andere Gründe von T-Mobile angeführt werden ist klar, dass T-Mobile hier schlicht und einfach Umsatzrückgänge bei den Gebühren für Telefonate im Mobilfunknetz fürchtet.
Hier zeigt sich, was passiert, wenn die Politik das Prinzip der Netzneutralität nicht gesetzlich verankert (wodurch entsprechende Klauseln in Verträgen unrechtmäßig würden): die im Prinzip zeitgemäße VOIP-Technik wird zu Gunsten einer alten aber lukrativeren Technik verbannt.
Die Gegner des „Net Neutrality“-Prinzips argumentieren oft damit, dass technische Innovationen unrentabel werden, wenn die Kosten nicht vom Service-Typ abhängig gemacht werden könnten. T-Mobile zeigt mit seinem Verhalten, dass sich vor allem das Gegenteil bewahrheiten wird: Wenn die Netzneutralität per Vertrag ausgeschlossen werden kann, so wird dies vor allem verwendet werden, um den Wettbewerb zu hemmen und Einnahmequellen vor ihm schützen.
Die mittel- bis langfristige Folge könnte sein, dass das Internet als Motor für technische Innovationen zum Erliegen kommt, weil sich Innovationen nur noch in Form von „geduldeten“ Services manifestieren können. Das Verhalten von T-Mobile ist somit aus der Sicht des Unternehmens nachvollziehbar – aber es gibt ein höher zu bewertendes gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Interesse, welches durch Gesetze geschützt werden muss. Und wenn kein Provider VOIP-Dienste blockieren darf, dann gibt es auch keinen Wettbewerbsnachteil. Natürlich könnte es bedeuten, dass die Datenflatrates teurer werden müssten, aber dafür wird den völlig überteuerten Roaming-Preisen endlich ein Ende gesetzt.
Hier ist noch ein Video, welches das Problem mit der Netzneutralität noch einmal erklärt:
Update am 12. Mai 2009:Laut dieses Heise-Berichts ist damit zu Rechnen, dass die Anbieter T-Mobile und Vodafone Sondertarife anbieten werden für Kunden, die Skype oder andere VOIP-Clients verwenden wollen. Dieses Vorgehen ändert an der Verletzung der Netzneutralität allerdings nichts, denn auch mit einem Sondertarif werden trotz Flatrate Daten nach wie vor nach ihrem Zweck unterschieden. Das Ganze könnte ein Einstieg in den Ausstieg aus der Netzneutralität im Mobilfunkbereich sein.
Erstellt am 5. April 2009 um 9:05 Uhr | Kategorie: informatik
Einwilligung verwalten
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Einwilligung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.