April 2009

Objectified

In Kürze erscheint ein interessanter Dokumentarfilm zum Thema Produktdesign:

Mehr dazu auf objectifiedfilm.com

Erstellt am 30. April 2009 um 9:37 Uhr | Kategorie: design

Das TV ist am Ende seiner Möglichkeiten?

In der Süddeutschen Zeitung erklärt Hirnforscher Gerald Hüther, warum man hinschaut, wenn im Fernsehen Mist läuft, und die ersten Menschen vor dem Bildschirm verhungern. Zitat aus dem Interview:

Das Fernsehen ist vor allem bei jungen Menschen am Ende seiner Möglichkeiten angekommen. Der Computer bietet ihnen die Möglichkeit, Bilderwelten interaktiv zu gestalten. So bekommen sie das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurück, das ihnen beim Fernsehen fehlt. Dass man sich erst daran gewöhnen muss, nichts bewirken zu können, kann man gut bei kleinen Kindern beobachten: Sie rufen in den Fernseher hinein, weil sie hoffen, sie könnten die Handlung beeinflussen.

Im Interview finden sich weitere wichtige Gedanken zur medienpädagogischen Debatte.

Erstellt am 29. April 2009 um 0:01 Uhr | Kategorie: medien

Cobocards im Interview

Tamim Swaid hat sein Diplomprojekt ausgebaut und stellt es in zwischen auf E-Learning-Kongressen vor. Hier ist ein Interview mit ihm vom educamp 2009:

Erstellt am 26. April 2009 um 15:00 Uhr | Kategorie: interaktionsdesignlehre

Campusphere.de für Alumni des FB Design

Es ist noch ganz frisch: Alle Ehemaligen des FB Design der FH Aachen können sich mit ihrer alten Nutzerkennung nun hier anmelden: campusphere.de und auf diese Weise Kontakt halten zur Institution. Teilnahme an neuen und alten Seminar-Blogs inbegriffen.

Alumni Tobias Jordans hat auch schon gleich eine Alumi-Gruppe angelegt.

Hinweis: Das Nutzerverzeichnis reicht nur einige Jahre zurück. Wenn man nicht mehr drin sein sollte, weil man vorher Diplom gemacht hat, kann man sich von mir einladen lassen (kurze Mail bitte).

Erstellt am 26. April 2009 um 13:55 Uhr | Kategorie: lehre

Genetic Biowarfare

Ich sah es gerade in der Doku „Unter falscher Flagge“ und musste es selbst noch mal in dem Dokument »Rebuilding America’s Defenses« vom September 2000 nachlesen (auf Seite 60 im Kapitel »Transforming U.S. Conventional Forces«):

And advanced forms of biological warfare that can “target” specific genotypes may transform biological warfare from the realm of terror to a politically useful tool.

Damit man das richtig versteht noch mal in Deutsch: Hier wird vorgeschlagen Biowaffen herzustellen, die nur gegen Träger bestimmter Gene wirksam sind – als »politisch nützliches Werkzeug«.

Natürlich ist das Dokument nicht neu – und auch die Doku nicht – aber manchmal muss man sich einfach nochmal dran erinnern…

Erstellt am 15. April 2009 um 18:09 Uhr | Kategorie: zukunft

Trailerfestival in Köln

1. Internationales Eyes & Ears Trailerfestival
Donnerstag, 23. April 2009
Einlass: 19.00 Uhr · Beginn: 19.30 Uhr
KOMED · Im Mediapark 7 · D-50670 Köln

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Gesonderte Anmeldung ist erforderlich: trailerfestival@eeofe.org

trailerfestival

Erstellt am 14. April 2009 um 17:30 Uhr | Kategorie: designtipps

Nicht Blogs bedrohen die Zeitungen, sondern unfähige Journalisten

Jochen Stahnke verfasst für die FAZ über die re:Publica’09 einen selten dummen und stereotypen Artikel. Was ist mit der FAZ passiert?

Die Re:Publica’09 war leider dieses Jahr keine so überzeugende Veranstaltung – das ist nicht nur mein eigener Eindruck gewesen, sondern auch der von anderen, die dort waren. Zu wenig „smart“ waren die meisten Vorträge – und statt auf Qualität setzt man auf viele Themen – dem Ganzen fehlt am Ende, was das Motto „Shift happens“ vielleicht suggerieren sollte.

Allerdings gab es auch gute und wichtige Beiträge. Lawrence Lessig, Jimmy Wales, … die Amerikaner zeigen, dass sie den Diskurs nicht nur technologisch dominieren, sondern auch intellektuell. Mit Spannung klicke ich daher auf den FAZ-Link

Herr Stahnke reagiert mit einer geradezu kindlich-trotzigen Arroganz auf das, was sich ihm verschlüsselt darstellt… und weil er nicht verstehen kann, was er nicht verstehen will, reiht sich in seinem Artikel auch ein Unsinn nach dem anderen.

Beispiel: Lawrence Lessig wird als „Verfechter eines Copyright-befreiten Internets“ auf der mit Creative Commons ein „Modell der freien Lizenz für Medienerzeugnisse“ gegründet habe. Und das wäre so – laut Stahnke – als würde man auch von Immobilienmaklern, Steuerberatern und Rechtsprofessoren verlangen, dass sie auf die Bezahlung ihrer Leistung verzichten.

Richtig ist:

1. Lessig ist gegen ein exklusives, übermäßig lange gültiges und alles betreffendes Copyright – und schlägt ergänzend (!) hierzu abgestufte Lizenzen vor, die weniger exklusiv sind und die bestimmte Nutzung pauschal erlauben. Das hat mit einem „Copyright-befreiten Internet“ herzlich wenig zu tun – mehr aber mit einer Entlastung kulturellen Schaffens von zwanghafter Überkommerzialisierung durch einige einfache Optionen für die Urheber

2. Creative Commons Lizenzen sind demgemäß also nicht „freie Lizenzen“, sondern sie erlauben eine Nutzung unter bestimmten Bedingungen

3. Rechtsprofessoren (und auch andere) erbringen nicht selten viele Leistungen unentgeltlich

4. Überhaupt sind Creative Commons Lizenzen erdacht worden als alternative Lizenzierung der Nutzung bestehender Werke – und sie haben nichts, aber auch gar nichts, mit den Regeln für die Honorierung von Dienstleistungen zu tun.

5. Zudem: Immobilienmakler, Steuerberater und Juristen erzeugen eher selten „geistiges Eigentum“, sondern nutzen lediglich ein Informationsgefälle aus (Vielleicht ist das ja ein Modell, welches Herrn Stahnke für den Journalismus vorschwebt…)

Jochen Stahnke resümiert:

Dass die Urheber von Gedanken, die nicht bezahlt und geschützt werden, bald keine Zeit und kein Geld mehr haben, diese zu denken, und dass eine Avantgarde, die über 140 Zeichen und den Horizont ihres Privatlebens nicht hinauskommt, kaum geeignet ist, die Weltöffentlichkeit aufzuklären – an diesen Widerspruch mochte Lessig aus Angst vor Veränderung keinen Gedanken verschwenden. Die Bloggerrepublik kreist weiter um den eigenen Bauchnabel und gefällt sich dabei, ihn für die Öffentlichkeit zu halten.

Die meisten Twitter-Nutzer – vor allem jene mit vielen Followern – zeigen nicht nur per Twitter Präsenz. Viele schreiben Blogs, Artikel, Konzepte, viele treten auf Panels auf, lassen ihr Wissen in Produktkonzepte und andere Diskurse einfließen – und setzen mit ihren Mitteln und ohne die Definitionsmacht einer Tages- oder Wochenzeitung im Rücken durchaus auch Impulse innerhalb dieser Diskurse.

Was also ist die „Weltöffentlichkeit“ eigentlich, die laut Herrn Stahnke, von den Bloggern und Twitterern nicht aufgeklärt wird? Der Öffentlichkeitsbegriff hat sich gewandelt und zersplittert. Das ist ein Problem – aber es ist eines, welches nur kluger Journalismus helfen kann zu lösen. Ein Journalismus, der den Wandel versteht, die Entwicklungen antizipiert und die Synergien auslotet – gerade auch im Bezug auf die Themen, deren Behandlung eine journalistischen Souveränität benötigt.

Ein Journalismus, der derartig unverständig und schlicht auftritt wie der von Jochen Stahnke, der vergiftet (auch im Feuilleton) den guten Ruf, den die Journalisten gerne für sich in Anspruch nehmen – oft auch zu Recht, nur hier leider nicht.

Erstellt am 6. April 2009 um 21:00 Uhr | Kategorie: medien

T-Mobile ignoriert die Netzneutralität

Für mich ist es aktuell er erste Fall von Verletzung der Netzneutralität, von der ich persönlich betroffen bin: T-Mobile blockiert Skype in ihrem Mobilfunk- und WLAN-Netz.

Seit dem vor einigen Tagen Skype für das iPhone erschien wurde es 600.000 Mal im Apple App Store heruntergeladen. Und deutsche Nutzer sind offenbar diejenigen mit den meisten Downloads dieser Applikation. Sehr schnell hat T-Mobile daran erinnert, dass die Verwendung von VOIP-Applikationen in ihrem Netzwerk gegen den Vertrag verstößt – und droht Anwendern, die dies ignorieren den Vertrag zu kündigen. Darüber hinaus wurde angekündigt Skype im Mobilfunknetz zu blockieren (und bei Skype ist man „not amused“).

Das Besondere an diesem Fall ist nun, dass viele T-Mobile-Kunden mit einem iPhone auch eine Datenflatrate nutzen – und in diesem Fall jedoch Daten nicht gleich Daten sind. Obwohl andere Gründe von T-Mobile angeführt werden ist klar, dass T-Mobile hier schlicht und einfach Umsatzrückgänge bei den Gebühren für Telefonate im Mobilfunknetz fürchtet.

Hier zeigt sich, was passiert, wenn die Politik das Prinzip der Netzneutralität nicht gesetzlich verankert (wodurch entsprechende Klauseln in Verträgen unrechtmäßig würden): die im Prinzip zeitgemäße VOIP-Technik wird zu Gunsten einer alten aber lukrativeren Technik verbannt.

Die Gegner des „Net Neutrality“-Prinzips argumentieren oft damit, dass technische Innovationen unrentabel werden, wenn die Kosten nicht vom Service-Typ abhängig gemacht werden könnten. T-Mobile zeigt mit seinem Verhalten, dass sich vor allem das Gegenteil bewahrheiten wird: Wenn die Netzneutralität per Vertrag ausgeschlossen werden kann, so wird dies vor allem verwendet werden, um den Wettbewerb zu hemmen und Einnahmequellen vor ihm schützen.

Die mittel- bis langfristige Folge könnte sein, dass das Internet als Motor für technische Innovationen zum Erliegen kommt, weil sich Innovationen nur noch in Form von „geduldeten“ Services manifestieren können. Das Verhalten von T-Mobile ist somit aus der Sicht des Unternehmens nachvollziehbar – aber es gibt ein höher zu bewertendes gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Interesse, welches durch Gesetze geschützt werden muss. Und wenn kein Provider VOIP-Dienste blockieren darf, dann gibt es auch keinen Wettbewerbsnachteil. Natürlich könnte es bedeuten, dass die Datenflatrates teurer werden müssten, aber dafür wird den völlig überteuerten Roaming-Preisen endlich ein Ende gesetzt.

Hier ist noch ein Video, welches das Problem mit der Netzneutralität noch einmal erklärt:

Update am 12. Mai 2009: Laut dieses Heise-Berichts ist damit zu Rechnen, dass die Anbieter T-Mobile und Vodafone Sondertarife anbieten werden für Kunden, die Skype oder andere VOIP-Clients verwenden wollen. Dieses Vorgehen ändert an der Verletzung der Netzneutralität allerdings nichts, denn auch mit einem Sondertarif werden trotz Flatrate Daten nach wie vor nach ihrem Zweck unterschieden. Das Ganze könnte ein Einstieg in den Ausstieg aus der Netzneutralität im Mobilfunkbereich sein.

Erstellt am 5. April 2009 um 9:05 Uhr | Kategorie: informatik