Oktober 2007

Wie up-to-date sind heutige Studierende?

Ein ehemaliger Studierender der FH Köln (Informationswirtschaft), der im WS 2000/2001 an einem Workshop von mir zum Thema Informationsvisualisierung teilnahm, meldet sich nach langer Zeit mit einer interessanten Frage an mich:

Heute, drei Jahre nach meinem Studium würde mich interessieren, wie heutige Studierende mit dem Netz umgehen. Wie viel eingesickert ist von dem, was Sie damals präsentiert haben. Wie viel schon „live“ in der Lehre ist, was sich seither getan hat. — Ich hatte meinen ehemaligen Wirtschaftsprofessor angemailt, ob er z.B. „The Long Tail“ oder „Grand Unified Theory on the Economics of Free“ behandelt, aber keine Antwort erhalten. — Für mich nimmt dadurch das große gelbe Fragezeichen, das über meinem Kopf schwebt, zu. Ich würde gerne sehen//erfahren//erleben, wie heutige Studierende diese Themen anfassen, sehen (überhaupt bemerken?), die heute im Kern der Netzkultur stehen.

Das Thema Long Tail hatte ich in verschiedenen Seminare angeschnitten – auch 2005/2006 bei den Informatikern der FH Köln in der Vorlesungsreihe »Informatik und Gesellschaft« – meines Wissens erstmalig, obschon es dort seit langem eine Wirtschaftsinformatik gibt.

Viele Dinge scheinen sich in einem Feld „theoretischer Experimentation“ zu befinden… so auch die damals bereits thematisierte „Ökonomie der Nischen“, welches 2004 von Chris Anderson in dem Wired-Artikel „The Long Tail“ mit einem Terminus versehen wurde. Dass sich nicht jeder Professor für den Bereich Wirtschaft in gleichem Maße an (zuweilen populärwissenschaftlichen) Diskussion beteiligt (wenngleich auch wahrnimmt) ist nichts ungewöhnliches.

Allerdings ist die Frage, in welchem Maße die Studierenden heutzutage solche Diskussionen und Themen bemerken – im Sinne eines »auf sich beziehen könnens« – ist schwer zu beantworten. Manches mal habe ich den Eindruck, dass die aktuell brisanten Themen nicht nur den Studierenden zu unwirklich erscheinen – sondern auch vielen meiner Kollegen.

Ich gehe schon seit langer Zeit gegen eine bestimmte »Agnostik« vor, immer die Relevanz für mein Lehrgebiet (Interaktive Medien) dabei unterstreichend – und riskiere dabei auch Themen in die Lehre einzubringen, welche nicht gerade konkret wirken – obschon sie es absolut sind.

In einer Welt, die nicht nur eine Vernetzung der Möglichkeiten erlebt, sondern auch eine Vernetzung der Konsequenzen, sind manche Themen nicht mehr so leicht zu durchleuchten – und vielleicht einfach in ständiger Bewegung – zu schwierig einzubringen in einer gefassten, gesetzten und kontrollierten Form – gewissermassen nach dem sich der Staub gelegt hat.

Nicht zuletzt erreicht mich die Frage, des damaligen Studierenden sieben Jahre nach dieser Veranstaltung. Das ist kein Selbstlob über die Weitsicht – aber doch ein Zeichen, dass mich irritierte Fragen zu manchen Themen meiner Lehre nicht beunruhigen.

Erstellt am 27. Oktober 2007 um 17:39 Uhr | Kategorie: lehre

Ricky in Kenya

Erstellt am 19. Oktober 2007 um 21:21 Uhr | Kategorie: spass

Über die Zukunft des Copyrights?

Seminar »Good Copy«:

Zukunft des Copyrights? Seltsames Thema für ein Designstudium? Mitnichten. Nach er Phase des Crossovers stecken wir in der Periode des »Mash-ups« und bewegen uns in eine Zukunft, in weclher der Begriff „geistiges Eigentum“ eine völlig neue Bedeutung bekommen wird. Während einige von der Zersetzung desselben sprechen, beschwören andere die grossartige Kreativität, die durch die Mischung der Ideen frei wird.

Die Fragen sind nicht nur juristische. Es dreht sich hierbei um nicht weniger als das Selbstverständnis einer Kultur – und in welchem Maße eine Unterhaltungsindustrie definieren kann oder darf, was in diesem Sinne kulturell wertvoll oder verboten ist und was nicht.

Zum Einstieg ein Filmbeitrag, dem dieses Seminar auch seinen Titel verdankt:

Erstellt am 1. Oktober 2007 um 3:26 Uhr | Kategorie: lehreSeminar-Weblogs