Juni 2007

Neue Seminare Wrede im WS 2007/2008

Ich wurde heute danach gefragt, welche Seminare ich im WS 2007/2008 anbieten werde.

Ich habe zwei Entwürfe/Vorschläge in die Datenbank eingetragen, die sich bis zum Ende des Semesters sicher verfestigen werden. Sie sind also im Moment noch „unter Vorbehalt“. Informationen hier: http://kurse.design.fh-aachen.de/

  • Search & Discover – Suchen, Finden, Browsen und Entdecken (und wie man dafür gestaltet)
  • Good copy – Die Zukunft des Copyrights

Die beiden Seminare behandeln sehr dringende Themen und haben sehr konkrete Implikationen für das, was in naher Zukunft die Kernherausforderungen in der Mediengestaltung sind.

Erstellt am 21. Juni 2007 um 0:57 Uhr | Kategorie: lehre

Hobnox is hiring!

Hobnox (the internet start-up I am »Head of Design« for) is hiring:

  • art director
  • web/screen designer
  • system administrator
  • senior developers for C, Flash, PHP and Java
  • junior developers for C, Flash, PHP and Java

More information here.

Work location is Cologne, Germany. The project is related to WebTV and the entertainment-/music business. It is an international company. So if you are English only and you are prepared to work in Cologne, Germany, you may also apply.

There is also an open position for a team assistant in Munich.

Erstellt am 13. Juni 2007 um 14:14 Uhr | Kategorie: jobs

My Delicious Generation

Die Brennsoftware Disco für MacOS X raucht während sie eine CD/DVD brennt. Der Autor schreibt hierzu:

I’ve heard quite a bit of feedback regarding the smoke along the lines of “this is just pointless eye candy!” or “you’re wasting my CPU cycles rendering smoke!” First off, the smoke is something that we consider to be fun and, while certainly gimmicky, it helps to provide continuity with the rest of the user experience.

So gibt es inzwischen Kritik für die Applikationen, die über Animations- und Soundeffekte ihr User-Interface aufpeppen. Einige befürchten hier den Triumph des „Eye candy“ über Usability.

Ich kann dem nicht zustimmen. Die Brenn-Software Disco ist auch ohne den eher witzigen Rauch-Effekt sehr „usable“ und gibt dem User bei der Interaktion immer sehr fokussiertes Feedback über seine Aktionen. Disco beschränkt sich hierbei auf wesentliche Informationen und verwendet ein Step-by-Step-Interaktionsmodell, dass nicht versucht den User mit einer Informationsflut von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen. Wer mehr Features benötigt, der kann ein anderes Brennprogramm verwenden.

Der Raucheffekt von Disco dient dazu, dem digitalen Erfahrungsraum eine weltanaloge Dimensionalität zu geben – also der Beliebigkeit „ineinanderfaltbarer“ Strukturen eine zwar fiktive aber dennoch geordnete Ikonizität entgegenzusetzen. Viele Menschen sind von der Sterilität des täglichen Umgangs mit den „geleckten“ User Interfaces schlicht gelangweilt. Eine rauchende Brennsoftware ist ein visueller Scherz, den man immer wieder witzelnden Kollegen vorführen kann. Jeder weiss, dass hier „Weltverhalten“ nur zitiert wird. Aber wenn darüber hinaus die Applikationen die Zuverlässigkeit und Direktheit nicht-digitaler Werkzeuge besitzen, finde ich die Diskussion über Auf- und Niedergänge von geliebten Standards eher schon religiös motiviert.

Anders ausgedrückt: Natürlich darf eine Brennsoftware rauchen. Sie darf nur dann nicht rauchen, wenn sie nichts auf die CD brennt. Es ist also nicht die Frage, ob es sich um „eye candy“ handelt oder nicht, sondern es ist die Frage was hier eigentlich der Standard ist, der angeblich verletzt wird.

Wenn man in der Geschichte der UI-Gestaltung zurückblickt, dann war immer die reale Welt und der menschliche Körper (geistig wie physisch) der Standard. Das hat überhaupt erst ermöglicht ein grafisches Interfaces mit Mausinteraktion zu erfinden – zuvor war der sogenannte „UI Standard“ nämlich die Kommandozeile. Der Streit über rauchende Brennsoftware ist so unsinnig, wie die Diskussion darüber ob das Kommando zum Löschen von Dateien „rm“ oder „del“ heissen sollte.

Erstellt am 9. Juni 2007 um 11:44 Uhr | Kategorie: interfacedesign