zukunft

Gunter Dueck: Aufruf zum metakulturellen Diskurs

Die aufkommende Wissensgesellschaft wird in eine neuen Kultur münden, die wir jetzt gestalten sollten. Stattdessen wird jedes Tages-Kleinstdetail wieder und wieder aus verschiedenen alten und neuen Kulturblickwinkeln heraus leidenschaftlich befürwortet oder wutbürgerlich abgelehnt. Frommwunschforderungen werden durch ätzende Mühlen gedreht, Fehler der anderen verachtend shitgestormt. Aus solchen Diskussionen entsteht aber kein Diskurs (eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Ziel eines gemeinsamen Weges). Woran leiden wir? Vielleicht sind wir – jeder für sich – zu sehr Gefangene unserer speziellen Denkkulturen. Diese sollen kurz gezeigt und andiskutiert werden – Aufruf zu einem “Blick aus dem Helikopter”

Gunter Dueck | http://omnisophie.com/ | http://twitter.com/wilddueck | http://www.facebook.com/Omnisophie | http://omnisophie.com/

Erstellt am 6. May 2013 um 23:14 Uhr | Kategorie: diskurszukunft

Editorial Design in Zukunft

Wer heute »Editorial Design« als die Gestaltung von Print-Publikationen versteht, der wird in vielleicht 4-6 Jahren zum “alten Eisen” gehören — und zumindest in der Art Direction keine Rolle mehr spielen.

In Zukunft müssen Gestalter bei den Publikationen auch die Online-Strategien mitdenken — und diese zerfällt gerade in viele Facetten – namentlich: Webbrowser, Smartphones, Tablets.

Hier ein Beispiel von WIRED:

Ein weiteres (vergleichsweise harmlos anmutendes) Beispiel der New York Times auf dem iPad:

Der wichtigste Grund für das im Moment entstehende Genre ist allerdings die zur Zeit die geschlossene Umgebung. Das Word Wide Web hat die Verlage überrascht. Die Regeln für den Zugang zu Inhalten waren schon gesetzt ehe die meisten Print-Publikationen auf die Idee kamen eine Online-Version zu machen.

Die Einbrüche in den Umsätzen zwingt die Verlagshäuser allerdings nun sich Bezahlmodelle in der digitale Welt zu erschliessen — und die neuen Plattformen erlauben es diese Modelle zu etablieren.

Im kommenden Semester gibt es daher ein Seminar zum Thema.

Erstellt am 23. February 2010 um 10:58 Uhr | Kategorie: informationsarchitekturinteraktionsdesignzukunft

Ein großer Schritt zum Schutz der Netzneutralität

In den USA ist ein entscheidender Schritt gemacht worden das Prinzip der Netzneutralität zu schützen. Im Mobilfunkbereich wird gerade damit begonnen verschiedene Applikationen zu blockieren, weil deren Daten die bestehenden Geschäftsmodelle gefährden. Die US-Regierung stellt nun klar, dass diese Praktiken in absehbarer Zukunft nicht weiter gestattet sein sollen.

Zitat aus einem älteren Beitrag:

Hier zeigt sich, was passiert, wenn die Politik das Prinzip der Netzneutralität nicht gesetzlich verankert (wodurch entsprechende Klauseln in Verträgen unrechtmäßig würden): die im Prinzip zeitgemäße VOIP-Technik wird zu Gunsten einer alten aber lukrativeren Technik verbannt.

Die US-Aufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat nun bekannt gegeben [PDF]:

Chairman Genachowski proposed the addition of two new principles. The first would prevent Internet access providers from discriminating against particular Internet content or applications, while allowing for reasonable network management. The second principle would ensure that Internet access providers are transparent about the network management practices they implement. The Chairman also proposed clarifying that all six principles apply to all platforms that access the Internet.

Im Klartext: Man will Gesetze auf den Weg bringen, die eine Qualifizierung Daten verbietet – unabhängig von der Trägerinfrastruktur. Zudem müssen steuernde Eingriffe in die Datenströme für Kunden transparent gemacht werden.

Eine Website, die das Gesetzesvorhaben begleiten soll ist openinternet.gov. Dort ist auch das Video von der Vorstellung der Pläne zu sehen.

Kritik der Mobilfunkanbieter

Engadget berichtet, dass die beiden großen US-Mobilfunkanbieter AT&T und Verizon aber nun kritisieren, dass für Festnetz und Mobilfunk nicht die gleichen Regeln gelten können.

Grund hierfür ist, dass im Mobilfunkbereich die Frequenzen begrenzt sind – während die Festnetz-Infrastruktur theoretisch unbegrenzt wachsen kann. Die Absehbare Verknappung der infrastrukturellen Ressource muss — so die Anbieter — dazu führen, dass die Daten in diesen Netzen kontrolliert werden, damit bestimmte Services – wie z.B. die Sprachdienste – sichergestellt werden können.

Ob die FCC den Plan alle Infrastrukturen gleich zu behandeln ans Ziel kommen wird, das muss sich also erst noch zeigen.

Erstellt am 22. September 2009 um 20:01 Uhr | Kategorie: medienzukunft

Did You Know 4.0

Die “Did You Know”-Reihe zeigt Statistik und bemerkenswerte Zahlen in Form einer unterhaltsamen Animation.

Inzwischen ist der 4. Teil erschienen:

Autor dieses Films ist die Agetur für Informationsdesign XPLANE.

Andere Filme nach diesem Muster:

Shift happens; Did you know? (von Karl Fisch and Scott McLeod)
Did you know 2.0 (XPLANE)
Did you know 3.0 (überarbeitet von Scott McLeod und Jeff Brenman)

Erstellt am 22. September 2009 um 15:37 Uhr | Kategorie: medienzukunft

Genetic Biowarfare

Ich sah es gerade in der Doku “Unter falscher Flagge” und musste es selbst noch mal in dem Dokument »Rebuilding America’s Defenses« vom September 2000 nachlesen (auf Seite 60 im Kapitel »Transforming U.S. Conventional Forces«):

And advanced forms of biological warfare that can “target” specific genotypes may transform biological warfare from the realm of terror to a politically useful tool.

Damit man das richtig versteht noch mal in Deutsch: Hier wird vorgeschlagen Biowaffen herzustellen, die nur gegen Träger bestimmter Gene wirksam sind – als »politisch nützliches Werkzeug«.

Natürlich ist das Dokument nicht neu – und auch die Doku nicht – aber manchmal muss man sich einfach nochmal dran erinnern…

Erstellt am 15. April 2009 um 18:09 Uhr | Kategorie: zukunft

Innovation ist tot – es lebe die Transformation!

Bruce Nussbaum (vormals stellvertretender Chefredakteur der BusinessWeek – und seit Anfang der 90er Jahre ein Journalist, der immer wieder die unternehmensstrategische und sozio-ökonomische Bedeutung von Design unterstreicht) hat das Jahr 2008 mit einem Artikel zum o.g. Thema beendet. Die Rubrik Innovation auf der BusinessWeek Homepage ist ohne Zweifel ein Ergebnis seines Engagements.

Er schreibt, dass die globale Rezession vor allem eines erzwingt: Die Fähigkeit sich mit dem Misserfolg einstmals erfolgreicher Business-Modelle anzufreunden und den Wert der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu überdenken (und somit ihren Gebrauchswert, der sich aus der Kombination aus Nutzwert, Zugänglichkeit und Preis ergibt).

In dem Artikel »Innovation is dead« schreibt er über den Begriff der Transformation:

Most importantly, “Transformation” accepts the notion that we are in a post-consumer society, defined by two groups of economic players: manufacturers and consumers. “Transformation” deals with a new Creativity Society, in which we are all both producers and consumers of value. Look around and you can see Gen Y in particular creating practically from birth, mashing music, designing Facebook or MySpace pages, doing videos and podcasts—creating value. Check out futurist Paul Saffo on the subject.

Aber Nussbaum spricht nicht nur davon, dass es sich um eine geänderte ökonomische Strategie handelt. Er sieht eine Wechselwirkung mit Veränderungen, welche die “transformative Strategie” bewirkt. Veränderungen betreffen nicht nur die Art und Weise, wie Wirtschaft profitabel bleibt, sondern wirken sich spiegelbildlich in allen Lebensbereichen aus: Bildung, Gesundheit, Logistik, Verkehr, Verteidigung, Politik, etc.

Die spannende Frage – und hier spielt Nussbaums Fable für Design eine Rolle – ist, wie sich die Neuerungen und geänderten Alltagspraktiken darstellen lassen, so dass man als Individuum orientiert bleibt und nicht vor diesem Transformationsdruck kapituliert. Design ist in diesem Sinne immer schon am Transfer und an der Alternative interessiert gewesen und insofern übernehmen Designer eine wichtige Funktion in diesem Prozess: sie wirken mit daran Transformation sinnvoll, verständlich und verträglich zu gestalten.

Ein interessantes Forum zum Thema ist »Transforming Transformation«. welches im Sommer 2007 vom NextDesign Leadership Institute initiiert worden ist.

Interessant auch: Bruce Nussbaum schreibt ein Blog mit dem Titel NussbaumOnDesign.

Erstellt am 4. February 2009 um 20:22 Uhr | Kategorie: designzukunft

Greenspan erkennt seinen Denkfehler

Das ist nun ein ziemlicher Knaller: Der oberste ehemalige Währungshüter der USA, Alan Greenspan, hat in einer Anhörung vor einem Ausschuss zur Überwachung und Reformierung der Regierung zugegeben, dass er in den 18 Jahren seines Wirkens als Chef der Federal Reserve Bank (eine private Bank die lediglich im Auftrag der US Regierung handelt) eine falsche Annahme zu Grunde gelegt hatte:

I made a mistake in presuming that the self-interests of organizations, specifically banks and others, were such as that they were best capable of protecting their own shareholders and their equity in the firms […] I have found a flaw. I don’t know how significant or permanent it is. But I have been very distressed by that fact.

Auf die konkrete Frage, ob seine Weltsicht, seine Indeologie der freien Märkte, falsch und dysfunktional gewesen sei antwortete Greenspan:

Absolutely, precisely, you know, that’s precisely the reason I was shocked, because I have been going for 40 years or more with very considerable evidence that it was working exceptionally well.

Hier ist ein Clip des Dialogs und ein Interview mit dem Vorsitzenden des Ausschusses:

Mit anderen Worten: Erst das eintreten der Katastrophe hat die Warnungen, die es im Vorfeld gegeben hat plausibel erscheinen lassen, weil das »mentale Modell« an entscheidender Stelle einen Fehler aufwies.

Greenspan ist für seinen Einfluss und die Agenda, die er vertreten hatte, schon lange in der Kritik:

Erstellt am 24. October 2008 um 10:40 Uhr | Kategorie: zukunft

Peter Schiff: Die Hyperinflation

Auf meinem englischsprachigen Weblog habe ich schon Material über die Finanzkriese und den Kritikern der vergangenen Geldpolitik in den USA veröffentlicht (hier und hier). Darin verweise ich auch auf den Finanzexperten Peter Schiff.

Hier ist ein wirklich erstaunliches Video von Peter Schiff vom 28. August 2006 – vor zwei Jahren also – in welchem er die Finanzkrise auf Grund einer zu geringen Sparquote und dem Verfall des Dollar-Wertes in Aussicht gestellt hat. Interessant ist hier mit welcher Selbstsicherheit der Gegenredner Arthur Laffer die These von Peter Schiff als absurd brandmarkte.

Hier ein anderes Interview mit einem Kommentar zur der Haltung der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve und ihr Vorsitzender Ben Bernake):

Nun schreibt Schiff im Magazin “New Mogul” über die aktuelle Situation, dass eine “Hyper-Inflation” die amerkianische Wirtschaft durch einen kompletten Verfall des Dollars in einen katastrophalen Zustand manövriert in welchen auch der soziale Friede nicht mehr gesichert werden kann:

In the end, by refusing to allow market forces to work their cure, our economy will inevitably die from the disease. Our economy will now face death by hyperinflation, which will cause a complete loss of confidence in the dollar and result in prices and interest rates skyrocketing out of sight. The evaporation of our national wealth will lead to civil unrest, food and energy shortages, and the possible imposition of martial law. If such a scenario unfolds, what is left of our Constitution will surely be completely shredded.

Insofern darf man davon ausgehen, dass Herr Peter Schiff die Maßnahmen der internationalen Regierungen zur Stabilisierung der Finanzmärkte nicht als “Rettungspaket” bezeichnet würde.

Erstellt am 12. October 2008 um 21:22 Uhr | Kategorie: zukunft

Super Hi-Vision? – HDTV kann einpacken…

Auf der IBC Europe wurde das Ergebnis eines Projekts der Sender NHK Japan, RAI Italien und der BBC England vorgestellt: Bewegtbild über Satellit mit 60 Frames/s und einer Auflösung von 7680 x 4320 Pixeln und einem 22.2 kanaligen Sourround-Sound (9 von oben, 10 auf Ohrhöhe, 3 von unten, 2 für Effekte im Bass-Bereich). Das ganze wird auf einem Schirm mit 7 Meter Diagonale gezeigt. Die Auflösung entspricht dem 16-fachen eines Full-HD Videos.

Erstaunlich ist, dass es überhaupt eine Kamera gibt, die eine solche Datenmenge in Echtzeit erfasst. Der Bildsensor hat 33 Megapixel (hier ist ein Video über diese Kamera). Der komprimierte Live-Stream kommt auf 600 Megabit/s (MPEG-2). Videos aus der Konserve im H.264-Format kommen immerhin noch auf 140 Megabit/s.

Das Format Super Hi-Vision wird auch Ultra High Definition Video oder UHDV genannt. Die Angaben über die ersten Markteinführungen liegen zwischen 2011 und 2025 (es gibt mehrere widersprüchliche Meldungen dazu).

Erstellt am 25. September 2008 um 12:37 Uhr | Kategorie: technikzukunft